• BÜHNE FREI FÜR MICK LEVČIK
  • BÜHNE FREI FÜR MICK LEVČIK
  • BÜHNE FREI FÜR MICK LEVČIK
BÜHNE FREI FÜR MICK LEVČIK – Chur 1948: Auf Einladung des Intendanten des Theater Chur, Hans Curjel, entwickeln Bertolt Brecht und sein Bühnenbildner Caspar Neher ihr bahnbrechendes ‹Antigone Modell›. Bertolt Brecht war eben erst aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt. Antigone wurde von seiner Frau Helene Weigel gespielt und eigentlich sollte diese Inszenierung am Schauspielhaus Zürich stattfinden, doch Zürichs Direktoren zögerten, weil ihnen Helene Weigel zu unbekannt und zu alt war und vielleicht auch aus Furcht vor den Ergebnissen des Theaterexperiments.

Da traf Bertolt Brecht angeblich auf der Strasse zufällig seinen alten Bekannten Hans Curjel, der ihn sofort nach Chur einlud. René Pollesch beschäftigt sich mit dem ‹Antigone Modell› und kombiniert Brechts Suche nach einem neuen, epischen und antiillusionistischen Theater mit seinen eigenen Reflexionen über das Theater. Die vier Schauspieler und Schauspielerinnen, darunter die berühmte Sophie Rois, versuchen im Bühnenbildsetting von 1948 der Brechtschen Inszenierungen nachzuspüren und gleichzeitig ihre eigenen Rollen- und Theaterverständnisse zu vermitteln.

Das Ergebnis ist ein grossartiger, unterhaltsamer Abend, der für Brecht-Kenner ebenso funktioniert wie für alle anderen. So schrieb der ‹Tages-Anzeiger›: «Was nach einer tiefenbohrenden, theaterseminar-tauglichen Verschachtelung klingt, ist eine klassische – ja, dieses Adjektiv darf man hier verwenden! – Pollesch-Posse mit kolossalem Spassfaktor.»