PANIK AN DER SCALA – Uraufführung an der berühmten Mailänder Scala. Gerüchten zufolge steht ein politischer Umsturz bevor. Ungeklärte Ereignisse, Misstrauen und Angst nähren die Ungewissheit. Die Strassen wirken wie leergefegt, aus der Ferne sind Petarden und Schüsse zu hören. Eingeschüchtert verbarrikadiert sich das verbliebene Premierenpublikum in der Oper. Bald sieht es innerhalb des Prunkbaus aus wie in einem provisorischen Flüchtlingslager. Während die einen angstvoll um ihren Wohlstand bangen, bejubeln die anderen bereits opportunistisch die scheinbar bevorstehende Revolution. Die Nacht schreitet voran. Das Orchester wird aufgefordert aufbauende Tanzmusik zu spielen, Walzer, nicht dieses moderne, zermürbende Zeug. Die Bourgeoise tanzt und singt, es wird gestritten und geliebt als gäbe es kein Morgen. Und alle warten auf das Unvermeidliche. Dino Buzzati’s Erzählung von 1949 behandelt ein höchst aktuelles und brisantes Thema: Wie rasch zerfällt eine Zivilgesellschaft, angesichts von tatsächlichen oder bewusst herbeigeredeten Krisen? Wie leicht bringen raffinierte Falschmeldungen politische Systeme ins Wanken? PANIK AN DER SCALA ist ein augenzwinkerndes Musiktheater mit Tanz über die Angst, die Gesellschaften steuert und darüber, wie schnell die Vernunft irrationalem Handeln Platz macht.