DIE WAHRHEIT HAT EIN FRÖHLICH ANTLITZ – 1523 verteidigt Huldrych Zwingli vor den Zürcher Räten und der katholischen Delegation seine Ansichten öffentlich und trägt 67 Thesen vor, in denen er den Prozess umreisst, der in den folgenden Jahrhunderten als Reformation bekannt wird. Doch die Reformation ist kein Punkteplan, der abgearbeitet werden kann, sondern eine neue Art des Wahrnehmens und Seins. Und die Wahrheit Zwinglis geht weit über die Religion hinaus.

Jenseits seiner theologischen Kämpfe erweist sich Zwingli als humorvoller, einfühlsamer und kluger Schriftsteller. Ein Mensch, der in ganz unterschiedlichen Stimmen sprechen kann – als Vertrauensperson seines Stiefsohnes, als militärischer Berater, als politischer Essayist, sogar als Lyriker – und der mit seinem augenzwinkernden Pragmatismus ein Zürich geprägt hat, das uns auch heute noch vertraut ist.

Die Schauspielerin Verena Buss entfaltet den Kosmos von Zwinglis Reformationsbotschaft und seinem persönlichen Leben in einer szenischen Lesung.