WEHRT EUCH, BÜRGERINNEN – In einer Zeit, wo der Frauenanteil in Verwaltungsräten unvermindert klein ist, eine Präsidentschaftskandidatin gegen die gläserne Decke stösst und Burkinis im Schwimmunterricht zum grossen und einzigen feministischen Thema erhoben werden, blicken das Theater Chur und die Frauenzentrale Graubünden anlässlich des Internationalen Frauentags zurück auf die Anfänge, den Verve, die Visionen und den Mut der Frauen, die im Zuge der Aufklärung und der Französischen Revolution ihre Stimme erhoben, um Frauen zu Bürgerinnen mit Einfluss und Stimmrecht zu machen.

Die Französische Revolution und ihre weitreichenden gesellschaftspolitischen und kulturellen Folgen waren ein historisches Fenster für Utopien und revolutionäre Konzepte. Olympe de Gouges, eine Frau aus einfachen Verhältnissen, sorgte mit ihren politischen Theaterstücken und vor allem mit ihrer ‹Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin› 1791 für Furore und Robespierre schickte diese unbequeme Stimme auf die Guillotine. Diesen Kampf führte sie nicht alleine. 1792 schrieb Mary Wollstonecraft in Paris die ‹Vereidigung der Rechte der Frau›. Ein turbulentes Jahrhundert später kämpften die Suffragetten in England und Amerika für das Wahlrecht.

Die Schauspielerin Ursina Hartmann liest einen Text von Ann-Marie Arioli, Kodirektorin des Theater Chur, zum Leben der bekannten Revolutionärin, Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Olympe de Gouges, musikalisch umrahmt von Ursina Brun (Flöte) und Carlo Köhl (Gesang, Piano). Der Internationale Frauentag ist in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen entstanden.